Versteckt am Waldrand im Berliner Südosten steht ein kleines Schmuckstück, das viele Berliner noch nie gesehen haben: die evangelische Waldkapelle Zum anklopfenden Christus in Rahnsdorf/Wilhelmshagen. 1909/10 aus Spenden der damaligen Hessenwinkler Bürgerschaft nach einem Entwurf der Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann errichtet – dieselben, die auch das Rathaus Schöneberg und die Taborkirche Wilhelmshagen entwarfen.
Das Besondere ist das Ensemble aus Kapelle und Wald: Die kleine Kirche fügt sich harmonisch in ihren Standort am Jagen 229 ein, rund 80 Plätze bieten einen intimen, warmen Raum. Auf einer kleinen Holz-Empore steht ein Harmonium, die Glocken werden elektrisch geläutet. Nach jahrzehntelangem Verfall zu DDR-Zeiten wurde die Kapelle ab 1994 mit privatem und öffentlichem Engagement umfassend saniert und 1997 wieder eingeweiht.
Heute ist die Waldkapelle ein beliebter Ort für Hochzeiten – nicht zuletzt wegen des Ereignisbaums vor dem Eingang, an dem Paare mit einem kleinen Schild ihre Trauung verewigen können. Daneben finden hier Gottesdienste, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen statt. Betreut wird das kirchliche Baudenkmal vom Freundeskreis der Waldkapelle mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz Berlin.
Ein Geheimtipp für alle, die das andere, stille, grüne Berlin suchen – und sich von kleinen, gut gemachten Dingen berühren lassen.




