Wo heute der Berliner Mauerweg die Waltersdorfer Chaussee kreuzt, lag von 1963 bis 1989 ein Grenzübergang mit besonderer Funktion: West-Berlinerinnen und West-Berliner nutzten ihn, um auf kürzestem Weg zum Zentralflughafen Berlin-Schönefeld zu gelangen. Gegen Vorlage des Flugtickets wurden Transitvisa ausgestellt, ab 1980 verkehrte ein Zubringerbus.

Am Abend des 9. November 1989 soll sich hier – so berichtete es der damalige Grenzoffizier Heinz Schäfer Jahre später – bereits gegen 20.30 Uhr die erste Schlagbaum zwischen Ost und West gehoben haben, noch vor dem legendären Andrang an der Bornholmer Straße. Im Schatten der großen Bilder blieb diese Szene lange unbeachtet. Ein Meilenstein am Wegesrand trägt bis heute die Inschrift „Die Maueröffnung begann 1989 hier“.

Heute ist von der Mauer nur wenig übrig. Informationsstelen am Mauerweg erinnern an die Opfer an der Grenze und an die bewegte Geschichte des Ortes. Wer den Abschnitt zwischen Rudower Höhe und Waltersdorfer Chaussee mit dem Rad abfährt, passiert den Landschaftspark Rudow-Altglienicke, Reste der Hinterlandmauer und Hinweistafeln zum berühmten Spionagetunnel des Kalten Krieges – ein Stück Stadtgeschichte zum Erfahren und Verstehen.