Den ProtagonistInnen von „Brüder und Schwestern“ begegnete Pavel Schnabel 1988, als er im Auftrag des Südwestfunks im geteilten Deutschland eine Reportage über die Städtepartnerschaft von Trier und Weimar drehte. Das DDR-Fernsehen hatte diese durch „Produktionshelfer“ als linientreue „Musterbürger“ ausgesucht. Nur ein Jahr danach kam der Mauerfall und Schnabel drehte erneut mit denselben ProtagonistInnen. Der Film benutzt altes wie (damals) neues Filmmaterial und erzeugt mittels einer pointierten Parallelmontage ein herausragendes Zeitdokument zwischen Aufschwung und Ohnmacht.
Der Filmemacher Pavel Schnabel wurde 1946 in Olomouc (Tschechoslowakei) geboren, er verließ seine Heimat noch während seines Studiums an der Prager Film- und Fernsehakademie FAMU während der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 Richtung BRD. Als freiberuflicher Kameramann und Regisseur erhielt er für sein Schaffen neben zahlreichen Festivalauszeichnungen den Bundesfilmpreis wie Adolf-Grimme-Preis in Gold.


